
Kronen Zeitung
GAK IN FEIERLAUNE
„Fühlt sich an, als hätten wir den Titel gewonnen“
Die Spieler sackten zu Boden – vor Freude, vor Erleichterung. Andere umarmten sich, weinten, tanzten, jubelten mit den Fans. So viel Druck fiel ab. So viele Kräfte wurden frei. Emotionen pur! Der GAK bleibt nach dem 3:0 bei BW Linz in der Bundesliga.
Um exakt 18:57 Uhr pfiff Schiedsrichter Weinberger das Spiel in Linz ab, war es Gewissheit: Der GAK bleibt in der Bundesliga! Und während die Linzer Fans nach einem 0:3 ihre Kicker trotzdem mit Applaus in die Zweite Liga verabschiedeten, zündeten Fans der Roten hinter dem Stadion ein Feuerwerk, das es sonst nur zu Silvester gibt. „Immer wieder geht die Sonne auf“ – das Lied von Udo Jürgens, das vor und nach dem Spiel durchs Stadion hallte, passte wie die Faust aufs Auge. Es handelt von der Hoffnung – und dass am Ende alles gut geht. So wie an diesem Samstag. Ende gut, alles gut.
Doch beinahe wäre alles anders gelaufen. Hätte Linz-Torjäger Ronivaldo nach sechs Minuten einen Kopfball nicht um Millimeter neben das Tor gesetzt. Und hätte der GAK nicht quasi postwendend die Führung erzielt. Wer weiß, wie alles gelaufen wäre. So aber stand es 1:0. Ausgerechnet der Oberösterreicher Christian Lichtenberger traf aus rund 20 Metern haargenau, knipste damit – nomen est omen – den Linzern frühzeitig die Lichter aus.
Der GAK, begleitet von über 700 Anhängern, die in die Stahlstadt pilgerten, blieb stabil, spielte abgebrüht und cool. Die Nervosität war mit dem Führungstor futsch. Und spätestens mit dem 2:0 (52.) durch Hofleitner sowieso wie weggeblasen. Das 3:0 von Maderner, der eine Pokemon-Energiekarte als Extra-Schub im Stutzen hatte, war die Krönung.
Richtig brenzlig wurde es zwischendurch nur einmal: Weil frustrierte BW-Fans Becher in Richtung Spielfeld schmissen, dabei auch Abwehrchef Pines trafen. Schiri Weinberger und der Verein kalmierten – und so konnte der GAK den Sieg in trockene Tücher spielen. Trocken blieb danach aber nichts und niemand
„Schlimmste Woche meiner Karriere“
Auch Sportchef Tino Wawra nicht. Der gebürtige Linzer und Ex-Blau-Weiß-Held wurde von den sonst oft so leidgeprüften GAK-Fans gefeiert. Und das, obwohl es „die schlimmste Woche meiner Karriere war“, sagte Wawra. „Aber jetzt mit einem schönen Ende.“ Wie auch Tobias Koch befand: „Es fällt gerade alles ab. Ich bin so froh, dass der GAK in der Bundesliga bleibt“, jubelte der Mittelfeldspieler und feierte schon im Innenraum des Stadions mit der Mannschaft, als würde es kein Morgen geben. Vor allem nach dem „Auftrag“ von Trainer Ferdinand Feldhofer, der nach dem Schlusspfiff erleichtert und dankbar war: „Es fühlt sich an, als hätten wir gerade einen Titel gewonnen. Jetzt können wir auch einmal zwei Tage Alkohol trinken.“
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